Im Gespräch mit Essingens Bürgermeister Wolfgang Hofer

Wiederbelebung des Bahnhofs ist ein großes Thema

Klimaschutz, Wohnen und nachhaltige Mobilität auf kommunaler Ebene waren die Schwerpunkte eines Gesprächs der Grünen Landtagskandidatin Martina Häusler mit Bürgermeister Wolfgang Hofer in Essingen.

Essingens Bestrebungen zur Reduzierung der CO2-Emissionen erfolgt unter anderem durch Strom und Fernwärme auf regenerativer Basis, geliefert über die kommunale Gesellschaft für Energieversorgung Ostalb (GEO) mbH. Ein zu 100 Prozent kommunales und regionales Unternehmen der Städte Essingen, Heubach und Oberkochen, wie Hofer stolz ausführt.

Die Mobilität wird auch durch den Radewegeausbau von Essingen über Forst, mit Ziel Dewangen neu gedacht. Die Informationen von Häusler zum neuen, am 25.1.2021 veröffentlichten, Bundesförderprogramm „Stadt und Land“ nahm er gerne auf. Durch das Zusammenspiel aus Bundes- und Landesförderung erhalten die Kommunen jetzt bis zu 90 % der Kosten für den Auf- und Ausbau eines durchgängigen sicheren Radverkehrsnetzes.

Die Bürgerinnen und Bürger verlangen durchgängige und sichere Radverkehrsnetze. Nehmen Sie das Geld schnell und auch für große Projekte in Anspruch“, so der Appell von Häusler.

Ein besonderes Anliegen ist Hofer auch die Reaktivierung des Essinger Bahnhofs, der zu einer Mobilitätsdrehscheibe auch und gerade für den Schienengüterverkehr werden könnte. „Hier brauchen wir noch Unterstützung“, so Hofer.

Auf die Frage wie es denn die Situation beim Thema „Wohnen“ in Essingen aussieht, kommt ganz spontan ein „schlecht!“. Es gibt keine Bauplätze mehr und die Nachverdichtung wird auch nicht immer mit Begeisterung aufgenommen und sorgt immer wieder für Unmut.

Wichtig ist ihm auch der Bau von bezahlbarem Wohnraum, weshalb er eine kommunale Wohnbaugesellschaft, zum Beispiel einen Eigenbetrieb, analog der Wasserversorgung, prüfen will, um so einen Teil zum Ausbau von bezahlbaren Wohnungen für „Otto-Normalverdiener“ beizutragen.

Die Reduzierung von aufwändigen und langwierigen Auflagen ist ihm hierbei ein großes Anliegen und er fordert, dass § 13 b des Baugesetzbuchs, welcher bis zum 31.12.2019 galt, und eine Einbeziehung von Außenbereichsflächen in das beschleunigte Verfahren vorsah, neu aufgelegt werden muss. Hierüber konnten Bürgermeister Hofer und die Grüne Kandidatin keine Einigkeit erzielen, denn die Grünen und die Naturschutzverbände lehnen das beschleunigte Verfahren nach § 13 b ab, weil dabei wichtige Umweltstandards außer Kraft gesetzt werden und die Absicht des Gesetzgebers, günstigen Wohnraum zu schaffen, in den weitaus meisten Fällen verfehlt wird.

Die Entscheidung der Landesregierung am 26.1.2021, Eltern im Corona-Lockdown von Kita-Gebühren zu entlasten, begrüßt er. Hofer „Ich bin dankbar für das Angebot. Es ist ein gutes Zeichen für Familien und vor allem auch Alleinerziehende“. Den kommunalen Finanzierungsanteil von 20 % findet er „anständig und großzügig“ und er wird von der Gemeinde Essingen sicher übernommen.

Begeistert zeigte sich Häusler von der geplanten kommunalen Digitalisierungsstrategie für die kommenden Jahre, die in einen breiten Bürgerbeteiligungsprozess eingebettet ist. Um gemeinsam über die Möglichkeit der Digitalisierung nachzudenken, findet unter anderem am 9. Februar 2021, 19.00 Uhr, eine digitale Zukunftswerkstatt statt.

Zum Abschied wurde Häusler mit einer Chronik über Essingen und Hofer mit einem Säckchen Alb-Linsen aus Bopfingen-Hohenberg beschenkt.

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